Die Sache mit den „nine to five“ Jobs

Einige werden es mitbekommen haben, dass ich zum 01.01.2017 einen erneuten Versuch der Selbständigkeit unternehmen werde und meine Firma, in der ich jetzt über 8 Jahre angestellt war, vorerst verlassen werde. Wirklich endgültig verlassen werde ich sie aber dennoch nicht, da ich als freier Mitarbeiter u.a. dort meine Brötchen weiter verdienen werde.

Nun wird sich der ein oder andere fragen, was das soll. Ich möchte versuchen, das zu erklären. Alles, was ich im Folgenden schreibe, basiert auf meinen Erfahrungen und sollte nicht als eine allgemeine Gegebenheit aufgefasst werden.

Ich finde, und das kann ich jetzt wirklich nur auf die IT-Branche beziehen, dass das klassische „nine-to-five“ – Arbeitsmodell ausgedient hat. Und auch dies ist schnell erklärt.

Programmieren ist Kunst

Oder besser gesagt, künstlerische Arbeit. Guter Code will durchdacht, strukturiert und natürlich geschrieben werden. Und das erfordert oftmals Konzentration, Eingebung und Willen. Und all diese drei Punkte kannst du in einem Großraumbüro nur höchst selten finden. Der eine telefoniert, der andere hält ein Schwätzchen mit dem Kollegen, usw. Ich persönlich habe damit sehr große Probleme. Ich kann nicht kreativ arbeiten, wenn ich keine Ruhe habe. In den Zeiten sitze ich oft im Leerlauf rum und beschäftige mich mit anderen, unwichtigeren Dingen. Das ist kontraproduktiv. Sowohl für mich, als auch den Arbeitgeber. Das führt mich direkt zum nächsten Punkt.

Kreativität ist kein Lichtschalter.

Für mich der wohl wichtigere Punkt, wieso ich glaube, dass das klassische Arbeitsmodell ausgedient hat ist, dass man Kreativität nicht, wie das Licht, ein- und ausschalten kann. Wenn mir quasi vorgeschrieben wird, „sei von 9 – 17 Uhr kreativ“, dann blockiert mich das noch mehr. So funktioniert das nicht. Zumindest nicht bei mir. Ich habe Tage, wo ich mich abends um 23 Uhr an den Rechner setze und den besten Code schreibe und tagsüber im Büro zum 100. mal Heise und Konsorten durchlese, weil ich nichts auf die Reihe bekomme. Menschen sind eben keine Roboter.

Diese beiden, wie ich finde, wirklich wichtigen Punkte, sprechen aus meiner Sicht gegen einen „nine-to-five“ – Job in der heutigen Zeit. Zumindest, wenn das Ergebnis wirklich gut sein soll.

Ebenfalls haben diese beiden Punkte mich in meiner Entscheidung, mich wieder selbständig zu machen, bestärkt. Natürlich ist es ein Risiko. Aber ich denke, NOCH bin ich jung und kann das machen. Wenn es scheitert, suche ich mir eben wieder einen Job. Wenn ich den Schritt in 10 Jahren erwogen hätte, wäre ich 45. Mit 45 einen Job zu finden, wäre da schon weitaus schwieriger.

Ich freue mich auf die neue Aufgabe und das „Ungewisse“, gleichzeitig habe ich natürlich Bammel, aber ich denke, es wird schon gut gehen.

Bis zum nächsten mal,
euer Chris

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.