Die Sache mit Weihnachten…

Dies wird mit Sicherheit der persönlichste und ehrlichste Beitrag von mir, den ihr seit langer Zeit von mir lesen werdet. Ich bin leider dazu gezwungen, da es mir offenbar nicht anders möglich ist, meine Gedanken zu dem Thema in Worte zu fassen oder gar direkt mitzuteilen.

Viele von euch werden es mitbekommen haben. Ich hasse Weihnachten.

Nun, das liegt jetzt nicht daran, dass ich nicht an die Weihnachtsgeschichte glaube oder Tannenbäume nicht mag. Das entstand schon in meiner Kindheit. Denn auch, wenn alle immer sagen, Weihnachten ist die Zeit der Liebe und der Geborgenheit, gibt es auch Kinder, die mit Weihnachten keine schönen Erinnerungen verbinden. Ja, leider gehörte ich dazu.

Weihnachten bei uns war eigentlich immer, soweit ich mich erinnere, mit Schreien und Streit verbunden, hauptsächlich, weil mein Vater wieder betrunken auf meine Mutter einbrüllte und zwangsweise dann auch auf uns Kinder. Klar, meine Mutter hat immer versucht, uns ein halbwegs friedliches Weihnachtsfest zu bieten, jedoch wurde dieser Versuch dann halt durch meinen Vater im Keim erstickt. Natürlich wurde das mit den Jahren nicht besser, denn der Alkoholismus schritt immer weiter voran und wurde auch immer schlimmer.

Im Teenageralter war Weihnachten nur noch ein liebloses Geschenketauschen ohne Baum und ohne Liebe. Im Grunde war es da schon nichts besonderes mehr, außer, wir fuhren zu meinen Großeltern. Da wurde immerhin noch ein leckeres Essen und nette Worte geboten. Aber sonst? Nun ja.

1997 dann starb meine Mutter. Ab diesem Zeitpunkt war eh alles anders. Mein Bruder zog nach Bonn und ich war mit meinem Alkoholikervater alleine in einem Haus. In diesem Jahr „feierte“ ich Weihnachten bei meiner Oma, wo es natürlich nur Trauer wegen meiner Mutter gab. Dies war die nächsten Jahre nicht groß anders. Was ja auch irgendwie klar ist, war meine Mutter doch irgendwie das Bindeglied zwischen allen Familienmitgliedern.

2000 dann zog auch ich zwecks Studium nach Bonn und die Besuche in der Heimat reduzierten sich schlagartig. Klar, immer mal wieder ging es zu den Großeltern, damals natürlich auch noch zu Weihnachten. Das war die einzige Zeit, wo man den ganzen Rest der Familie noch mal auf einen Haufen sehen konnte. Die Stimmung wechselte aber immer öfter ins extrem Depressive, weshalb das mit der Zeit auch eher eine Belastung für mich wurde. Ich glaube, das letzte mal im Kreise meiner Familie habe ich Weihnachten Anfang der 2000er verbracht.

Wie man sehen kann, habe ich mit Weihnachten wirklich keine schönen Erinnerungen und das führt mich zu meiner Meinung von heute. Ich kann Weihnachten einfach nicht verarbeiten. Ich gönne jedem, der eine Familie hat und es mit ihr verbringen darf, dass er/sie ein tolles Fest hat. Das tu ich wirklich. Meine Ausschweifungen auf Twitter bspw. kommen nur daher, dass ich es einfach nicht verkrafte, weil ich nie wirklich schöne Weihnachten erleben durfte. Immer an Weihnachten wird mir das bewusst und das Alleine sein fördert das nicht unbedingt. Klar, es gab schon Angebote, Weihnachten mit anderen (sogar Familien) zu feiern, jedoch würde das meinen Gemütszustand nur verschlimmern.

Und allen, denen ich mit meinen Bemerkungen auf den Schlips trete: Sorry dafür. Das ist bei Gott nichts persönliches.

Um es klarzustellen: Das ist wirklich nur skizziert, wie ich zu meiner Meinung komme.

Nun denn,
Frohe Weihnachten euch da draußen!

P.S. Laura, ich liebe dich! <3

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